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Die effektive Leckagefläche Dr. Herbert Specht, Taunusstein Erläuterungen zum Begriff : "effektive Leckagefläche" Bei der Blower-Door-Messunge werden - bei 50 Pa Prüf-Überdruck und Unterdruck- die Luftvolumenströme gemessen, die durch die Gesamtheit aller in der Gebäudehülle irgendwo verteilt enthaltenen größeren oder kleineren Leckagen z.B. in Form von undichten Fugen, Rissen oder sonstigen Durchlässen hindurchströmen. Je direkter d.h. auf je kürzeren Wegen bei der Luftdichtheitsprüfung der Durchtritt von Luft durch eine Leckagestelle erfolgt, desto höher ist die z.B. innen bei Unterdruck mit einem Luftgeschwindigkeits- Messinstrument (= Anemometer) messbare Luftgeschwindigkeit, desto schwerwiegender auch die mögliche Beeinträchtigung der Behaglichkeit und das Gefährdungspotenzial durch konvektiven Feuchteeintrag über diese Leckagefläche. Es können also unterschiedliche Leckagen so objektiv quantifiziert und bewertet werden. Über ausgedehnteren direkten Durchtritten können -abhängig von der Form und Berandung der Leckage- Luftgeschwindigkeiten von bis zu 7,5 m/s gemessen werden. Bei Steckdosen, die eine zusätzliche Düsenwirkung haben, können sich diese Luftströmungen weit in den Raum hinein (ca. 1,5 m und mehr "Wurfweite" ) auswirken. Alle in Deutschland als Prüfeinrichtungen im Sinne der ISO 9972(1996) benutzten Blower-Doors sind bis in jüngste Zeit ausschließlich Importgeräte aus USA die anfänglich nur mit nicht metrischen Einheiten erhältlich waren. Im Anschluß an vorangegangene Bestrebungen (z.B. in USA und Kanada), den so gemessenen Volumenstrom [in m³/h] in eine anschauliche Durchtrittsfläche rechnerisch umzusetzen, wurde - in Zusammenarbeit der maßgeblichen Blower-Door Importeure- folgender Ansatz für die Definition einer metrischen effektiven Leckagefläche [in cm²] gewählt : Der in der ISO 9972 vorgeschriebene Prüfdruck von 50 Pa wird auch durch den Staudruck von Wind mit 9,1 m/s (Windstärke 5 nach Beaufort) auf der Fassade "natürlich" erzeugt. Bei einer Blower-Door Prüfung wird also eine derartige Windlage konstant simuliert. Bekanntlich tritt durch Schlitze bei gleichem Druckgefälle und gleicher Länge abhängig von der Breite unterschiedlich viel Luft hindurch - so wird z.B. der Luftzutritt im Auto reguliert. In einer sehr langen aber engen Fuge wird die Strömung an der Wand stärker abgebremst als in einem flächengleichen runden Loch , so dass formbedingt pro Zeiteinheit weniger Luftvolumen hindurchströmen kann. Bei gleicher Fugenfläche begrenzt größere Fugentiefe zusätzlich. Aus der Strömungstechnik sind derartige Form-Abschwächungsfaktoren bekannt, für engere rechteckige Kanalquerschnitte, als die Fugen hier im Mittel betrachtet werden, ist der Faktor mit 0,61 anzusetzen. Wind von 9,1 m/s wird also beim Durchtritt durch Fugen um diesen Faktor auf rechnerisch 5,55 m/s abgeschwächt, was recht gut mit praktischen Messwerten über direkten Durchgängen von etwa 5 mm Breite übereinstimmt. (Auch eine kompliziertere strömungstechnische Herleitung aus Grunddaten führt auf 5,55 m/s bei 50 Pa) Eine Division des gemessenen Volumenstroms [in m³/h] durch diese so definierte und empirisch bestätigte mittlere "Fugen-Luftgeschwindigkeit" von 5,55 m/s bei 50 Pa führt zu einer anschaulichen effektiven Leckagefläche:
Der Prüfdruck von 50 Pa entspricht dem Staudruck der Windstärke 5 (nach Beaufort) und simuliert somit gleichzeitig das Verhalten eines Hauses bei durchschnittlich windigem Wetter.
Änderungen und Irrtum vorbehalten. Alle Warenzeichen sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber und werden hier zur zweifelsfreien Zuordnung der Produkte zitiert
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